Schuhgeschichte

„Tradition schafft Vertrauen“

Ein Handwerk prägt die Stadt

Am Anfang stand der sogenannte Schluffenschuster – am Ende die hochtechnisierte Schuhfabrikation als größter Arbeitgeber in Kleve. Die Herstellung von Leichtschuhen (Schluffen) in Heimarbeit und deren Vertrieb durch Hausierer war der Beginn einer sich steigernden Entwicklung bis zur Industrialisierung.

Schon 1848 wird in der Geschichte der Stadt Kleve von den Schustern berichtet, die offensichtlich zu dieser Zeit bereits zahlreich in der Stadt vertreten waren. Und 1876 wird die erste Schuhfabrik genannt. Nun darf man sich unter einer Schuhfabrik zu dieser Zeit keinen Betrieb mit großen Mitarbeiterzahlen und Maschinen vorstellen. Bis zur Erfindung und dem Einsatz der Maschinen war alles Handarbeit durch Meister, Gesellen und Lehrlinge und dementsprechend waren die Stückzahlen gering. Die Arbeits- und Lebensbedingungen der Schuster waren der Zeit entsprechend mehr als bescheiden. Trotzdem entstanden bis Ende des Jahrhunderts schon 50 kleinere und mittlere Schuhfabriken. Danach entstanden mit der Entwicklung der Maschinen zur Herstellung und dem Wachsen der Verkehrsverbindungen größere und fabrikähnliche Betriebe und die kleineren verschwanden vom Markt. Die Schüsterkes fanden Beschäftigung in den Fabriken.
Aber auch hier waren die Folgen der Wirtschaftskrise sehr einschneidend. Nachdem 1925 noch 2014 Arbeiter in den Fabriken beschäftigt waren, reduziert sich die Zahl im Januar 1926 auf nur noch 489 Beschäftigte!

Bereits im März des Jahres 1926 sind allerdings wieder 13 dem Schuhfabrikantenverband angeschlossene Schuhfabriken genannt, die wieder insgesamt 2074 Arbeitnehmer beschäftigten.

Der zweite Weltkrieg beendete die Schuhproduktion in Kleve durch totale Zerstörung fast der gesamten Stadt. Nach dem Ende des Krieges entstanden 21 Betriebe wieder aus den Trümmern, die sich aber bis 1986 auf 5 Betriebe reduzierten.

Mit der Schließung des letzten großen Werkes Anfang des 21. Jahrhunderts endet auch die Geschichte der marktbeherrschenden Herstellung von Schuhen – hier besonders Kinderschuhen – in der Stadt der Schüsterkes und wird Grundlage für ein Museum.

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