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Berichte/Artikel über das KSM im Internet:

DER WESTEN
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Industriegeschichte : Bald wird ein Schuh draus
NRZ
Kranenburg, 13.08.2009, Stefanie Männchen

Kleve. Der Verein Kleefse Schüsterkes möchte zum Ende des Jahres ein Museum in der einstigen Elefantenproduktion eröffnen

Wer die Räume des ehemaligen Elefanten-Produktionsstandortes an der Siegertstraße in Kleve betritt, der erlebt einen ganz besonderen Zeitgeist. Ihn erwartet ein Stück Geschichte. Sie erzählt von Menschen, die ihren Beruf liebten, die gemeinsam im Firmenchor sangen und nach der Materborner Kirmes zuhause blieben, weil die ganze Produktion stillstand. Vor allem aber sensibilisiert sie für ein Handwerk, das die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Kleve maßgeblich prägte.

Nicht nur Elefanten

Seit der Gründung im Oktober 2008 haben die Mitglieder des Vereins „Kleefse Schüsterkes” viel Zeit und Arbeit investiert, um die Geschichte des Schuhhandwerks chronologisch aufzuarbeiten und darzustellen. Und obwohl die Sammlung der Exponate bereits üppig ist, legt sich der Vorstand noch nicht auf einen genauen Eröffnungstermin des Klever Schuhmuseums fest. Man wolle warten, bis die Sache rund ist, so Vorstandsmitglied und Schuhtechniker Norbert Leenders. „Ende des Jahres soll es so weit sein”, gibt er eine Richtung an.

Die Exponate sind vielfältig. Sie reichen von der Zwick-, bis zur Steppmaschine, von der japanischen Stelzsandale bis zum modernen Schuh.

Woran es mangelt sind Fotos, Dokumente, Menschen und ihre Geschichten. „Wir suchen Zeitzeugen, die noch irgend etwas im Keller haben”, sagt der Vorsitzende Theo Knips. So etwas wie das Arbeitszeugnis von Mathilde Elting, die laut „Frau Gustav Hoffmann” immer willig und fleißig war. Lebendig wird die Geschichte des Schuhhandwerks, das in Kleve längst vor der Großproduktion um 1900 eine Rolle spielte, durch den authentischen Ausstellungsort. Als „echten Glückstreffer” bezeichnet Vorstandmitglied Reinhold Tobisch die Räume über dem Coffeehouse, die Zevens Grundbesitz zur Verfügung stellte. Die etwa 300 Quadratmeter auf zwei Ebenen sind mit der Galerie von luftigem, freundlichem Charakter. Doch obwohl vor einer der Fensterfronten die berühmten roten Elefanten prangen, soll es im Klever Schuhmuseum längst nicht nur um die Firmen Hoffmann, Pannier und Bause gehen. „Wir haben ein großes Interesse daran, alle Betriebe zu würdigen, die, ob klein oder groß, Kleve zum weltbekannten Standort der Herstellung von Kinderschuhen gemacht haben”, so Theo Knips. Über 50 sind in den bis jetzt gesichteten Unterlagen (ab 1848) namentlich erwähnt.

Bei der Gestaltung des künftigen Museums schauen die Kleefse Schüsterkes nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch nach vorn. Den Mitgliedern des Vereins schwebt ein zeitgemäßes Angebot mit interaktiven Veranstaltungen vor. Kooperationen mit niederländischen Schuhdesignern gehören dazu. „Ins Museum gehört Bewegung”, sagt Leenders, der hofft, dass vor allem die jungen Klever lernen, wie Schuhe hergestellt werden und wieder mehr Respekt vor dem ehrwürdigen Handwerk bekommen

Kleve:    Aus als Chance
zuletzt aktualisiert: 17.07.2008

Kleve (RP) 2005 machten die letzten Mitarbeiter bei der Elefanten GmbH das Licht aus. Jens Speh (38) war bis September 2004 in der EDV-Abteilung beschäftigt, bevor er freigestellt wurde. Mit dem Diplom-Informatiker unterhielt sich RP-Redakteur Peter Janssen.

Ihre Karriere an der Hoffmannallee wurde abrupt beendet?

Jens Speh Es war ein Dienstag im Juni 2004. Auf einer Betriebsversammlung in der Lagerhalle wurde das Aus verkündet. Ich bin zurück in die EDV-Abteilung gegangen und unser Chef hat gesagt: „Wer will, der kann nach Hause gehen.“ In den Tagen danach haben wir fast nur nach neuen Arbeitsplätzen geguckt und Bewerbungen geschrieben.

Wie lange waren Sie bei Elefanten?

Speh Neun Jahre. Zunächst im Bereich der Materialwirtschaft, später in der EDV-Abteilung. Als ich 1995 nach dem Studium bei Elefanten anfing, hatte das Unternehmen 450 Mitarbeiter und eine eigene Produktion in Kleve. Zuletzt waren es nur noch etwa 200. Die Stimmung in der Belegschaft schwankte. Manchmal war sie mies, als etwa Clarks 2001 einstieg und investierte, wurde sie besser.

Wie beurteilen Sie Ihre berufliche Entwicklung nach der Schließung?

Speh Als ausgesprochen positiv. Ich habe mich als Seiteneinsteiger fürs Lehramt beworben. Ich unterrichte jetzt Mathematik und Informatik an der Emmericher Realschule.

Waren Ihre ehemaligen Kollegen ebenfalls so erfolgreich?

Speh Wenn ich die betrachte, die in den Büros neben mir saßen, so haben zahlreiche von denen neue und gute Jobs bekommen. Es gab auch welche, denen die Schließung zumindest nicht ungelegen kam.

Wieso?

Speh Ich weiß von zwei Fällen, die knapp 40 Jahre bei Hoffmann gearbeitet hatten und Ende 50 waren. Die haben etwa 100 000 Euro Abfindung bekommen, waren 3,5 Jahre arbeitslos und sind dann in den Vorruhestand gegangen. Doch gibt’s auch genügend Kollegen, für die das Aus ein harter Schlag war.

Quelle: RP

Kleve: Museum zum Geburtstag

VON RALF DAUTE – zuletzt aktualisiert: 17.07.2008

Kleve (RP) Vor genau 100 Jahren, am 17. Juli 1908, startete Gustav Hoffmann sein Unternehmen – passend zum Jubiläum werden die Pläne für ein Klever Schuhmuseum im ehemaligen Hochregallager konkret.

Info
Telefonnummer 1
„Auf Anordnung des Königlichen Amtsgerichts werden Sie benachrichtigt, dass Sie am 17. Juli 1908 als Inhaber der Firma ‚Gustav Hoffmann‘ unter der Nummer 223 in das Handelsregister, eingetragen worden sind.“ Mit dieser Mitteilung begann die Karriere von Gustav Hoffmann als Unternehmer. Sie führte ihn zu Erfolgen und Reichtum – er war einer der ersten Autobesitzer in Kleve und fuhr einen Minerva, die Marke der Könige. Sein Telefonanschluss war der erste in Kleve – die Nummer lautete 1. Er sammelte Immobilien wie andere Briefmarken (etwa das Hotel Maywald). Sechs Jahre nach der Gründung hatte Hoffmann 800 Mitarbeiter. Er starb mit 62 Jahren am 2. Februar 1935 bei einem Festball im Hotel Maywald.

Manfred Leenders müsste eigentlich unter Artenschutz gestellt werden: Er ist der letzte Mann in der Stadt, der noch Schuhe herstellt. „Das hätte ich mir nicht träumen lassen, als ich in den 60-er Jahren einer von Tausenden war, die bei Hoffmann gearbeitet hatten“, sagt der gelernte Schuhtechniker. Doch sein Geschäft am Mittelweg, das sich auf die Fertigung von Karnevalsstiefeln spezialisiert hat, wird nun der Ausgangspunkt für eine besondere Würdigung des Industriezweigs, der Kleve ein Jahrhundert lang dominierte: Leenders plant gemeinsam mit Reinhold Tobisch und einigen weiteren Mitstreitern den Aufbau eines Klever Schuhmuseums. Pünktlich zu einem wichtigen Jubiläum kann er gute Nachrichten verkünden. Auf den Tag genau hundert Jahre ist es her, dass Gustav Hoffmann sich mit seinem Unternehmen selbständig gemacht hat. Der damals 36-Jährige trennte sich von seinem Kompagnon (und Schwager) Fritz Pannier, die Besitztümer der gemeinsamen Unternehmung wurden per Los geteilt, und zur Verhinderung zukünftiger Streitigkeiten hatten sie eine verblüffend einfache Idee: „Unser Herr Gustav Hoffmann wird im bisherigen Betriebe allein verbleiben und alle Artikel bis zu No. 26 herstellen“, hieß es in der offiziellen Mitteilung zur Aufspaltung des Unternehmens. Pannier durfte erst ab Schuhgröße 27 tätig werden. Hoffmann blieb mit seiner neuen Firma an der Materborner Allee (heute Hoffmannallee). Dort expandierte er, dort schuf er die Jahhundert-Marke elefanten, deren 80-jähriges Bestehen erst kürzlich vom neuen Marken-Eigentümer Deichmann gefeiert wurde. Dort endete auch die Geschichte des Unternehmens, als der letzte Eigentümer des Unternehmens, der britische Konzern Clarks, 2004 den Geschäftsbetrieb einstellte.

Heute ist am Standort das Einkaufszentrum eoc beheimatet, an die frühere Nutzung erinnern nur noch der Schornstein (Werbeträger), das Verwaltungsgebäude (Apotheke, Zahnarztpraxis, Software-Unternehmen) sowie das ehemalige Lager (Coffee House, Zevens Grundbesitz). Und genau dort soll nun das Museum entstehen: „Ab dem nächsten Jahr geht es los“, berichtet Leenders. Dann soll der über dem Café befindliche Teil des ehemaligen Nova-Möbelmarkts abgetrennt werden und Platz bieten für alte Maschinen und Produktionszubehör, für Dokumente und Fotos – und natürlich für Schuhe.

Der Eingang befindet sich an der Siegertstraße – die Besucher werden auf dem Weg zu den Museumsräumen über eine Steintreppe gehen, über die früher die Hoffmann-Arbeiter genutzt haben. „Ein toller Standort“, freut sich Leenders, der hofft, dass möglichst viele Klever sich am Aufbau des Museums beteiligen: „Wir brauchen viele Leute, die uns helfen.“

Respekt vor Schuhen

Wichtig ist Leenders ein Aspekt: „Es soll kein reines Hoffmann-Museum werden. Hier geht es um einen ganzen Industriezweig, der Kleve prägte.“ Leenders selbst bewahrt einige Ausstellungsstücke in einer Vitrine in seinem Büro auf. Besonders angetan hat es ihm ein Paar Kinderstiefel aus den Anfängen des Jahrhunderts. Wenn ein Kind heute damit auf der Straße herumliefe, wäre ein Anruf der Nachbarn beim Jugendamt gewiss. Die Schuhe wurden repariert und ausgebessert, bis sie eine Art Gesamtkunstwerk aus Nägeln und Flicken bildeten. „Leder war damals etwas Besonderes“, so Leenders. „Heute ist der Respekt vor der Ware Schuh verloren gegangen, es ist ein Wegwerfartikel geworden. Doch für mich ist es immer noch eine Erfüllung, einen Stiefel herzustellen.“ Vielleicht kann das Museum dazu beitragen, wieder etwas von dieser Faszination zurückzuholen.“

Kleve: Riesen-Resonanz auf Schuh-Museum Kleve: Viele wollen helfen

zuletzt aktualisiert: 18.07.2008

Kleve (RP) Nachdem Norbert Leenders (durch einen technischen Fehler gestern irrtümlich Manfred genannt) in der Rheinischen Post über die Pläne für ein Schuhmuseum in Kleve berichtet hatte, stand bei dem Geschäftsführer von „Otten & Leenders“ gestern das Telefon nicht mehr still.

„Viele Klever haben sich spontan bei mir gemeldet und wollen mit eigenen Erinnerungsstücken zu der Ausstellung beitragen oder auf andere Art und Weise mithelfen.“ Die erfreuliche Resonanz sporne das Team an, die Gründung des Schuhmuseums weiter voranzutreiben: „Wir gehen hier alle hochmotiviert an die Sache heran.“

Als einer der nächsten Schritte sind die offizielle Gründung eines Vereins sowie eine Informationsfahrt ins niederländische Waalwijk geplant, wo es ein vergleichbares Museum gibt. Das Schuhmuseum soll in Räumen im ehemaligen Lager des Unternehmens an der Siegertstraße untergebracht werden, das sich im Besitz von Zevens Grundbesitz befindet. Leenders: „Wir freuen uns sehr darüber, dass die Zevens-Gruppe unseren Ideen so aufgeschlossen gegenübersteht und uns unterstützt.“

Quelle: RP

http://www.rp-online.de/niederrheinnord/kleve/nachrichten/kleve/Riesen-Resonanz-auf-Schuh-Museum-Kleve-Viele-wollen-helfen_aid_591391.html

Kleve: Das Museum der Schuhe

VON ILDIKO HOLDERER – zuletzt aktualisiert: 01.08.2009

Kleve (RP) Die Mitglieder der Schüsterken-Interessensgemeinschaft stellen an der Hoffmannallee am historischen Ort die Ausstellung auf zwei Stockwerken zusammen. Ende des Jahres soll die Eröffnung über die Bühne gehen.

Dokumente aller Art aus der Geschichte
der Schuhproduktion von Kleve werden
gesammelt und ab Jahresende zu be-
sichtigen sein.

Das „Elefanten Oberstadt Center“, oder einfach nur eoc., wie es nach dem Zweiten Weltkrieg aussah: Wo heute Parkplätze sind, arbeiteten in den umfangreichen Werksanlagen, die in einem naturgetreuen Modell im Museum zu sehen sind, die Schüsterkes und stellten die allseits beliebten und qualitativ hochwertigen Elefantenschuhe her. Ein Blick in die Vergangenheit des Klever Schuhs – das wird das „Klever Schuh-Museum“ voraussichtlich gegen Ende des Jahres in der Siegertstraße 53b am historischen Ort ermöglichen.

Die Zeitdokumente

„Wir möchten auch nachfolgenden Generationen die Bedeutung der Entwicklung der handwerklichen Schuhherstellung und der Schuhindustrie mit weltbekannten Markennamen für die Stadt Kleve nahe bringen“, so Theo Knips, Vorstand des Vereins „Kleefse Schüsterkes“. Auf zwei Stockwerken werden vermutlich noch in diesem Jahr Zeitdokumente zur Geschichte des Schuhs in Kleve, Schuhe aus aller Welt, Maschinen und Raritäten wie alte Fußmessgeräte aus den Schuhgeschäften ausgestellt.

Info
Der Grundstein
Der eigentliche Grundstein für das zukünftige Klever Schuhmuseum wurde genau vor 101 Jahren gelegt. Damals machte sich der berühmte Unternehmer Gustav Hoffmann, genau am 17. Juli 1908, mit seiner Firma an der Materborner Allee (heute Hoffmannallee) selbstständig. Dort schuf er auch die Jahrhundert-Marke elefanten, heute im Eigentum der Firma Deichmann. Das Ende der Geschichte wurde 2004 geschrieben, als der britische Konzern Clarks den Geschäftsbetrieb einstellte.

Die Ausstellungsstücke stammen aus den Beständen der Schuhfirmen und von Privatpersonen, der Raum an der Hoffmannallee über dem „Coffee House“ wird von Bernd Zevens zur Verfügung gestellt. Die Mitarbeit an dem Projekt ist ehrenamtlich, wann das Museum endgültig fertig gestellt ist, hängt vor allem von der Zeit der Helfer und Helferinnen ab. Das Besondere an dieser Ausstellung: Besucher können selbst ausprobieren, was es heißt, Ledersohlen auszustanzen oder Nieten und Ösen an Schuhen zu befestigen. Die „Schuh-Historie“ und Produktion kann anhand von Zeitdokumenten wie das 90 Jahre alte Arbeitszeugnis einer Bediensteten des Hauses Hoffmann, anhand Filmen, Bildern oder den alten Geräten nachvollzogen werden.

Mitglieder der Interessensgemeinschaft
Schüsterkenmuseum Kleve mit dem
letzten Klever Schuhhersteller Norbert
Leenders (2.v.r.) und dem berühmten
roten Elefanten.
RP-Fotos (2): Klaus-Dieter Stade

Auch Fernost

Doch nicht nur Schuhe aus Kleve, auch Modelle aus fernöstlichen Ländern wie Japan werden ausgestellt. Betrachtet man die acht Zentimeter langen „Schühchen“, würde man nicht vermuten, dass eine erwachsene Frau dort ihren Fuß hinein zwängen kann. Doch während in Japan die Füße verkrüppelt wurden, um dem Schönheitsideal zu entsprechen, stand für die Klever Schuhfirmen schon immer eine möglichst gesunde Entwicklung der Kinderfüße im Vordergrund: 1896 fertigte Gustav Hoffmann als erster industrieller Hersteller anatomisch geformte rechte und linke Kinderschuhe an. Im Schuhmuseum werden die weiteren Verläufe der Kinderschuhentwicklung dokumentiert, nach einiger Zeit des Tragens wurden die Schuhe von den Herstellern aufgeschnitten und kritisch auf Mängel untersucht, um eines Tages den optimalen Kinderschuh herstellen zu können.

„Dieses Museum ist etwas Besonderes, wir hoffen auf reges Interesse“, sagt Theo Knips. Aber daran wird es bestimmt nicht mangeln.

Quelle: RP


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